„Es war die beste Entscheidung meines Lebens, hierher zu wechseln“ – Interview mit dem neuen Schulsprecher: Husam Abdulkadir

Niklas: Ich gratuliere zum Wahlsieg, Husam Abdulkadir. Am Ende war es mit 54% zu 46% doch relativ knapp. Was waren die größten Herausforderungen im Wahlkampf?

Husam: Meiner Meinung nach die größten Herausforderungen im Wahlkampf waren, dass ich halt schon im letzten Jahr bin, also in der 8. Klasse, und ich schon gedacht hätte, dass die jüngere Generation gewinnen würde.

Niklas: Aber glaubst du nicht, dass, da neben deinem Namen eben 8. Klasse gestanden ist, möglicherweise viele auch deine Erfahrung geschätzt haben?

Husam: Natürlich! Allerdings muss man auch bedenken, dass ein Schüler der 8. Klasse in Zukunft auch nicht so viel Zeit hat, um auf alle Belangen der Schüler einzugehen.

Niklas: Jetzt trägst du natürlich auch viel Verantwortung. Welche Reformen möchtest du mit deinem neu erlangten Vertrauen auf Schiene bringen?

Husam: Also erstmal möchte ich schauen, was ich machen kann – etwa wegen der Toiletten. Denn hier gab es und kommt viel Kritik: nämlich dass sie schmutzig sind, dass Seife fehlt, dass Papier fehlt. Sonst möchte ich halt meinen Vertreter (Anm.: Renas Abdall, 6C) dazu bringen, dass er in Zukunft vorbereitet ist solche Aufgaben zu meistern.

Niklas: Eben diese Erfahrung weiterzugeben, das hast du ja auch öfter im Wahlkampf betont. Aber lernt es sich aus der Sicht eines Jüngeren nicht leichter aus einer Führungsposition oder warum hast du dich noch einmal beworben, wenn du im April sowieso dein Amt abgeben musst?

Husam: Also, ich habe mich sowieso erst einmal deshalb beworben, dass ich als Berater fungieren könnte. Dass das Wahlergebnis dann so gut ausgefallen ist, konnte ich nicht erahnen, auch wenn da „8. Klasse“ steht. Mein Stellvertreter geht jetzt in die 6. Klasse und ich freue mich, wenn ich das Amt ihm dann überlassen kann.

Niklas: Kommen wir vielleicht zu zwei Forderungen, die jetzt immer wieder aufgetaucht sind. Die eine, sauberere Toilettenanlagen, haben wir bereits erwähnt. Die andere, eine grünere Schule – vielleicht mehr Mülltrennung. Das sind natürlich Versprechen, die im Wahlkampf gut wirken. Jetzt allerdings meine Frage: Welche dieser Reformen haben überhaupt Zukunft?

Husam: Es hängt davon ab, in welchem Ausmaß man es betreiben möchte. Also, es gibt ja jetzt schon dieses Projekt mit der Mülltrennung in der Schule. Im Bezug auf die Toiletten ist die Sache so: Es ist eine Frage des Geldes. Man muss schauen, was kann man da halt wirklich machen.

Niklas: Lass uns gleich beim Geld einhaken. Es ist ein großes Problem an dieser Schule, dass momentan offensichtlich überhaupt kein Geld vorhanden ist. Wie könnte man diese Situation bereinigen, wie könnte man vielleicht an mehr Geld kommen, um auch weitergehende Reformen umsetzten zu können?

Husam: Also man könnte, wenn man mehrere Sachen veranstaltet, sei es bei Events, ein Buffet organisiert; oder dass sich mehrere Klassen an etwas beteiligen. Natürlich könnte man auch eine bestimmte Summe verlangen von den Eltern, von den Schülern, die sie dann bezahlen müssen, damit sie mehr Möglichkeiten haben. Aber dann ist auch die Frage, ob man dafür Zuspruch bekommt. Also ob die Eltern bzw. die Schüler überhaupt damit einverstanden wären Geld auszugeben für etwas, das sie noch nicht wissen.

Niklas: Gäbe es irgendwo die Möglichkeit etwas einzusparen?

Husam: Einzusparen ist halt immer so eine Sache. Wenn man unsere Schule betrachtet, sie ist halt schon relativ alt vom Baujahr her. Natürlich haben wir Beamer in einigen Klassen. Aber in manchen Schulen sind Beamer überall…

Niklas: Gäbe es irgendwo eine Möglichkeit, wo du sagst: „Da kann ich Geld einsparen“?

Husam: Nicht wirklich, weil man muss immer abwägen, wo kostet etwas mehr, wo weniger. Es wurde ja jetzt schon eingespart, indem man Klassen zusammengelegt hat, wie in unserem Fall jetzt im Sportunterricht.

Niklas: Gut, 30 Schüler im Sportunterricht, darüber kann man streiten, ob das Sinn macht. Kommen wir zur Zufriedenheit mit der Schule. Jeder 4te hat in unserer Blogumfrage angegeben, er würde die Schule nicht weiterempfehlen. Außerdem hat es, wie du schon angesprochen hast, harte Kritik an den Klassenräumen gegeben. Was kann man hier in Zukunft umsetzten?

Husam: Also die Kritik an der Schule hängt natürlich auch immer davon ab. Es gibt einige Spaßvögel, die kritisieren, weil sie Probleme mit irgendeinem Lehrer haben…

Niklas: Gut, wir gehen jetzt mal davon aus, dass es konstruktive Kritik ist.

Husam: Natürlich könnte man, beispielsweise damit die Schulgemeinschaft besser zusammenwächst, Feiern organisieren, wo Klassen miteinander arbeiten. Klar, unsere Schule ist an sich verbesserungswürdig, was halt Baumaßnahmen angeht. Aber – und ich war schon an drei Schulen inklusive der Hagenmüllergasse – ich kann wirklich sagen, dass es die beste Entscheidung meines Lebens war, in diese Schule zu wechseln.

Niklas: Wenn wir jetzt davon ausgehen, dass es am Ende des Jahres einen Bericht über deine Arbeit gibt. Was würdest du gerne darin lesen?

Husam: Dass wir die Zustände in den Toiletten verbessert haben, dass wenn ein Schulball zustande kommt, dieser den Leuten gefallen hat und sie sagen: „So einen Schulball würde ich mir jedes Jahr wünschen“.

Niklas: Danke!

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