Umweltschutz zum Hofer- Preis?

Fotorechte: © Hofer

Die Blumen für die Susi, Proteine und Vitamine gibt’s zum Hofer-Preis und alles andere ist overpriced – soweit ist es uns ja aus der Werbung bekannt. Doch gibt es trotz Umweltfreundlichkeit die Blumen von der Susi noch immer zum Hofer Preis?

In meiner Reportage über die eigentlich aus Deutschland stammende Supermarkt-Kette Hofer wollte ich ursprünglich mit dem Test beginnen, ob man mir Frischfleisch von der Theke in eine selbst mitgebrachte Tupperware gibt. Tja, vor Ort wird einem dann aber bewusst, dass es gar keine Frischfleisch-Theke gibt. Dafür aber die so hochgepriesene Backbox. In dieser findet man laut Hofer-internen Angaben immer frischeste Backwaren – als regelmäßiger Kunde kann ich diesen Punkt bestätigen.

Doch Verpackungs-technisch könnte man an der Umweltfreundlichkeit noch arbeiten. So gibt es beispielsweise Plastik-Handschuhe, mit denen man sich sein Gebäck grabschen und dann in ein Papiersackerl mit Plastikfenster – sehr innovativ, wie ich finde -, legen kann. Ob man jedoch wirklich Einwegplastik-Handschuhe benötig, wenn man genauso gut die daneben bereitgestellte Zange verwenden kann, stelle ich jetzt einmal in Frage.

Schauen wir also nun in die Gemüse- und Obstabteilung. Dort kommt man sich nun vor wie an einem bunt gemischten Nationentisch beim Cafè International. Die Ananas kommen aus Costa Rica, die Kiwis aus Neuseeland, die Zitronen aus Chile und die Erdbeeren aus den Niederlanden. Der Rest kommt aus Spanien, bis auf die Äpfel, die sind aus Österreich – immerhin. Und in gewohnter Manier findet man auch noch die Plastiksackerl, in welche man seine frisch erstandene Weltreise verpacken kann.

Dieses transnationale Sortiment ändert sich schlagartig, wenn man beispielsweise in die Käse Abteilung spaziert. Auch bei Milch und Eiern wird Regionalität groß geschrieben. Der oft beworbene Hofer Preis hält was er verspricht, denn man kann mit wenig Geld seine Lebensmittelwünsche stillen.

Um prekäre Probleme wie das der Klimakrise zu lösen, benötigt es jedoch ein viel weitreichenderes Bewusstsein für Nachhaltigkeit. So sollte man beispielsweise den Kunden entscheiden lassen, ob er sich für eine Plastik- oder eine Glasflasche mit Wasser entscheidet.

So global vernetzt die Gemüseabteilung einer Hofer-Filiale auch ist, beim Thema Umweltschutz hat man eine deutliche Vorstellung. Das Projekt 2020 umfasst fünf Schwerpunkte: Ressourcen, Klimaschutz, Gesundheit, Miteinander und Vertrauen. Bis mindestens 2020 soll der jährliche Plastiktaschenverbrauch, der in Österreich bei 51 Taschen pro Person liegt, um 50% gesenkt werden. Ein Ziel, das jedoch nur erreicht werden kann, wenn die Plastiktaschen aus der Gemüseabteilung endlich verschwinden.

In der heutigen Zeit müssen Supermarktketten auch ein breites Spektrum an veganen und vegetarischen Produkten vorweisen. Hofer hat hier gleich zwei Eigenmarken in seinen Regalen stehen. Produkte, die mit dem „Natur aktiv“- und „Just Veg!“-Logo versehen sind, wurden für alternative Ernähgungsweisen erschaffen. Auch am V-Label lassen sich vegane Produkte, nach europaweiten Standarts geprüft, erkennen.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass Hofer durchaus daran interessiert ist, seine Filialen auf ein nachhaltiges Level zu bringen. Es gibt jedoch vor allem im Plastik-Verbrauch noch viel Arbeit. Auf unserer Umweltfreundlichkeitsskala würde ich der Supermarkt Kette 5,3 Punkte geben, weil man doch noch Nachholbedarf hat. Mit diesem Ergebnis landet Hofer in unserem Ranking auf Platz 3 und kann sich verdient die Bronzemedaillie abholen. Doch wenn man der Strategie 2020 Glauben schenkt, dann gibt es bald Schnittblumen für die Susi, direkt aus Österreich, umwickelt mit einem umweltfreundlichen Material zum Hofer-Preis.

Link zum Bild:

https://www.hofer.at/de/unternehmen/presse/presseaussendungen/unternehmen/weltweiter-relaunch-neues-logo-fuer-hofer/

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