VWA – Voll wirre Angelegenheit

Die VWA gilt als eine der drei krönenden Momente in der Schullaufbahn – neben der schriftlichen und der mündlichen Matura. Doch was taugt die über mehrere Jahre erarbeitete Facharbeit wirklich? Und wie schaut die Organisation an der Schule und bei einem Schüler oder einer Schülerin aus?

Prinzipiell ist die Arbeit sicherlich auch ein Emanzipationsprozess weg vom gewöhnlichen Schulalltag, wo einem mehr oder weniger alles vorgekaut wird. Es gilt sich selbst zu organisieren und passende Fachliteratur zu finden. Die schulinterne Vorbereitung ist gut – immer wieder gibt es Workshops, die eine Unterstützung sind und Durchblick geben sollen. Doch das mit dem Durchblick ist so eine Sache…

Denn während des Verfassens einer solchen Arbeit trifft man ab und zu auch auf Probleme, welche vielleicht nicht auf der VWA-Website vermerkt sind. Logische Schlussvolgerung wäre: mehrere Lehrer befragen um die optimale Lösung herauszufinden. Leichter gesagt als getan, denn selbst bei oft sensationeller Betreuung durch den VWA Betreuer oder die Betreuerin widersprechen sich die schulinternen SpezialistInnen. Solch gemeine Stolpersteine wären zum Beispiel Interviews – eigentlich nicht besonders spektakulär – layouttechnisch jedoch gar nicht so einfach.

Doch ganz allgemein ist das VWA System in den Grundsätzen schon paradox. Denn ein Lehrer ist zugleich dein Coach aber auch dein Henker. Das kann – wie in meinem Fall – problemlos funktionieren, wenn jedoch der Arbeitsprozess hapert, fände ich es als Lehrer durchaus herausfordernd zu coachen und zu richten.

Mein Apell für die Zukunft wäre: zurück in die Vergangenheit! Damals konnte man sich aussuchen ob man lieber eine zusätzliche mündliche Prüfung oder eine Arbeit verfassen möchte. Ich halte das System für klüger, nicht zuletzt deshalb weil sich viele SchülerInnen, deren Deutschkenntnisse nicht auf Muttersprache-Niveau sind, oftmals mehr Qual als Freude beim Verfassen der Arbeit haben. Zudem würde ich eine zentrale Beurteilungsstelle einrichten, denn so werden sowohl LehrerInnen als auch SchülerInnen aus einer Zwickmühle befreit. Ein Vorteil wäre zudem, dass nur mehr jene Schüler eine Arbeit schreiben, welche Tatsächlich Interesse daran haben und mit vollem Einsatz dabei sind.

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